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10 geeignete Berufe / Jobs für Stotternde

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Stottern im Beruf – ein verzwicktes Thema. Viele gerade junge Menschen mit Stottersymptomatik fragen sich, welchen Berufsweg sie wohl einschlagen könnten. Die meisten wählen aufgrund ihres vermeintlichen sprachlichen Handicaps einen Beruf, der sehr wenig Kommunikation mit Kunden beinhaltet, sodass die Tätigkeit sich aufs eigene Tun konzentriert und nur sehr wenig Gespräche mit anderen Personen erfordert. Dabei ist das oft eine Wahl, die das Vermeidungs- und Rückzugsverhalten eher fördert und die eigenen Wünsche und Träume unterdruckt. Das muss nicht sein.

In diesem Artikel stelle ich dir zuerst verschiedene Berufsgruppen mit konkreten Job-Beispielen vor, die für eine stotternde Person erstmal viel Sinn ergeben. Danach allerdings, stelle ich dir Berufe vor, die Sinn machen für jeden, der sich in den ersten Vorschlägen nicht leidenschaftlich wiederfindet und sich nicht länger von der Redeflussstörung unterdrücken lassen, sondern sogar eine Stärke aus ihr ziehen will.

Beginnen wir mit den für Stottern eher typische Berufsgruppen. Sie beziehen sich hauptsächlich auf Stellen und Rahmenbedingungen, bei deinen mehr wo mehr mit dem Körper als mit dem Mund gearbeitet wird.

  • handwerkliche Berufe

Praktische Berufe wie Maler, Elektroniker, Mechatroniker erfordern mehr technisches Geschickt als sprachliches. Wer beispielsweise auf der Baustelle arbeitet, ist meist umgeben von zahlreichen Kollegen aus aller Herren Länder, die dem Deutsch oft nur sehr gebrochen mächtig sind. Stottern fällt da weder groß auf, noch muss oder kann die ganze Zeit gequatscht werden.

  • IT-Branche

Hier gelangen wir zu den digitalen Handwerksberufen, wie ich sie gerne bezeichne. In der Informationstechnologie können wahre, gutbezahlte Experten reifen, ohne viel reden zu müssen. Viele Informatiker, Programmierer, Web-Designer oder auch spezielle Haustechniker arbeiten einfach gerne alleine und eigenständig an ihren Projekten, sei es als Angestellter, Freelancer oder sogar mit selbstständigem eigenen Unternehmen.

  • Gesundheitsberufe mit wenig Gesprächsnotwendigkeit

Als Masseur oder Physiotherapeutin bietest du bestimmte Behandlungen an, bei welchen du nicht sonderlich viel sprechen musst. Ich kenne auch einige moderate Stotterinnen, die als Arzthelferinnen tätig sind – oft ohne Telefontätigkeit.

  • Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen

Die auszusprechenden Worte eines jeden Postboten, Paketzustellers oder Fahrers beschränkt sich in der Regel auf eine sich stets wiederholende Auswahl. Wer gerne viel unterwegs ist, hat in diesen Berufen die Chance, ohne viel Worte viel herumzukommen.  

  • kaufmännische Berufe im Back Office, ohne Kundenkontakt

Auf diesem Gebiet begannen meine beruflichen Erfahrungen. Nach der Ausbildung zu Bürokaufmann arbeitete ich in der Buchhaltung. Als Bürokaufmann/frau für allgemeine administrative Bürotätigkeiten hast du mehr mit Zahlen, Daten und Fakten zu tun als mit Menschen, solange du im Back Office Bereich tätig bist und dein Jobprofil keinen Kundenkontakt verlangt.  

  • elektronische Service-Kraft

Wie wäre es als Support-Dienstleister mithilfe der Chatfunktion? Viele Websites zahlkräftiger Unternehmen bieten im Zuge ihrer kundenfreundlichen Service-Leistung gleich mehrere Möglichkeiten an, individuelle Fragen zu klären. Auch der Kundenkontakt per E-Mail bzw. das Management der gesamten E-Mail-Korrespondenz der jeweiligen Unternehmensabteilung erfordert primär schriftliches statt verbales Ausdrucksvermögen.

  • musikalische Berufe

Stottern beim Singen klappt nun mal nicht J Warum Stotternde beim Singen und Musizieren nicht stottern, kannst du auch in diesem Artikel nachlesen. Wenn du eine Leidenschaft für Musik hast, geh ihr doch nach. Von Musik nicht leben zu können ist nur ein limitierender Glaubenssatz, für den viele meiner Freunde den Gegenbeweis liefern. Du musst nicht Sänger werden, um musikalisch dem Stottern zu entkommen: Als Songwriter, Produzent, Instrumentalist, Dirigent oder Tänzer – mit Rhythmus im Blut hat Stottern kaum eine Chance.

Ob elektronischer Korrespondent oder Songwriter – in solchen Tätigkeiten liegt für dich womöglich eine große Stärke: Menschen, die Stottern, sind meistens aufgrund ihrer Sprechzurückhaltung sehr gut in der schriftlichen Ausdrucksweise. So wie es bei mir auch immer war. Deshalb eignet sich natürlich auch der letzte Berufszweig, den ich dir vorstellen möchte:

  • schriftstellerische Berufe

Solltest du dich im kreativen Schreiben wohlfühlen, werde freiberufliche Autor, Blogger oder Content-Creator fürs Marketing anderer Unternehmen. Diese Berufe werden im Online-Zeitalter nicht aussterben. Selbst als klassischer Romanschriftsteller kannst du weiterhin Bücher zum ANfassen VERfassen, da es genug Menschen wie mich gibt, die immer noch lieber ein echtes Buch in der Hand halten (und daran riechen). Doch das Lektorat und Probelesen bei Verlagen kann eine Option sein, wenn du lieber liest und verbesserst als alles selbst zu schreiben und dir eine sehr genaue Arbeitsweise lieb ist.

Selbst wenn es sicherlich noch weitere Berufe gibt, die wir in dieser Liste noch ergänzen könnten, wie etwa den Koch oder in der Gebäudereinigung, waren dies die typischen Berufe, die sich anbieten, wenn man nicht gut und gerne redet. Diese Berufe sind alle wertvoll und wichtig für unsere Gesellschaft! Folglich ist es egal, welchem Job du nachgehst oder du für deine berufliche Laufbahn in Erwägung ziehst. Übe ihn mit Stolz in dem Wissen aus, du wirst dort gebraucht und kannst mit deinen Fähigkeiten helfen.

Genau das sollte uns ja zeigen, wo es beruflich für uns hingehen kann: Für was haben wir Interesse? Mit was beschäftigen wir uns gerne? Wo haben wir auch Talent oder bereits gewisse Fähigkeiten und Kompetenzen?

Sollte dich bei den bisher vorgestellten Berufen nichts direkt ansprechen, brauchst du vielleicht genau einen der nachfolgenden, die ich dir zumindest als Denkanregung mitgeben will. Der Unterschied zu den vorherigen wird sein:

Die vorherigen unterstreichen dein freudloses Gefühl beim Sprechen und dein Vermeidungsverhalten. Du tust sie eventuell, WEIL du Sprechen mit anderen und neuen Menschen vermeiden willst.

Sollte das deine Motivation für diese Berufe sein, darfst du dich anders orientieren und dich deinen Ängsten stellen! Frage dich: Wenn ich ganz normal und flüssig sprechen würde, welchen Beruf oder Job würde ich gerne machen?

Die Antworten darauf erheben das Feld, das du auch anstreben solltest. Wie ich auf die wahnwitzige Idee komme, das zu behaupten?

In folgenden zwei Berufsfeldern befinden sich ehemalige Coaching-Klienten von mir, oder auch stotternde Personen, die ich kenne und von denen ich weiß, dass sie happy damit sind.

  •  sprachliche Berufe

Dieser Vorschlag knüpft an die bereits erwähnten schriftstellerischen Berufe an.

Gerade wegen dem Stottern könntest du dich fürs Thema Sprache besonders interessieren. Sicherlich hast du viel Einfühlungsvermögen und bist ein exzellenter Zuhörer.

Zum Beispiel könntest du in der Sprachforschung wissenschaftlich tätig sein oder mit dem passenden Background in der Fremdsprachenkorrespondenz trotz Stottern glücklich werden. Denn vielleicht hast du eine andere Muttersprache und/oder einen Faible für italienisch, chinesisch, mandarin, etc?

Du musst ja nicht zwangsweise live-Dolmetscher im Weisen Haus werden, aber wie wär‘s mit Übersetzungen oder die Korrespondenz zu ausländischen Niederlassungen oder Partnerfirmen in Indien, Botswana, Kolumbien?

Selbst wenn du überwiegend schriftliche Arbeit verrichtest: Du gehst einem sprachlichen Beruf nach! Du läufst vor diesem Thema nicht davon, sondern umarmst es vielleicht gerade wegen deines persönlichen Bezugs zu ihr.

  • kommunikative Berufe mit Wohlgefühl

Das zweite Berufsfeld zielt auf das, was du im Grunde vermeiden willst: kommunikative, interaktive Berufe! Ja richtig. Der Weg liegt oft dort, wo die Angst liegt. Wenn du nicht länger im Vermeiden leben willst, dann musst du die Konfrontation suchen. Natürlich behutsam und in gewissem Rahmen.

Doch mein Appell lautet: Fordere dich und dein Sprechen heraus! Gerade wenn du Probleme damit hast, dann rede so viel wie es geht und entdecke die Freude daran, auch wenn es nicht immer so klappt wie bei anderen.

Zum Beispiel könntest du als versierter Call Agent oder Telefondienstleister für Menschen mit sozialen Problemen eine sehr große Stütze sein! Menschen wie sozial Benachteiligte, oder Gewaltopfer, psychisch oder physisch Verletzte, etc. wären dankbar, wenn sie mit einer Person sprechen könnten, die den Schmerz des „anders seins aufgrund einer Anormalität“ gut kennt.

Zum einen werden Menschen mit einem Handicap dich und dein Stotter-„Problem“ viel besser verstehen und tolerieren. Zum anderen finden sie auch Mut und Wohlgefühl, dass der Gegenüber auch nicht perfekt ist und sich deshalb eher öffnen und Vertrauen aufbauen können. Damit bringst du also dein Stottern sogar nutzenstiftend im Gespräch mit ein. Es kommt dir und dem anderen teilweise zugute!

Eine weitere Option: Verkäufer oder Shopleiter eines Ladens, der Dinge anbietet, für die du eine Leidenschaft hast. Sei es der Musikladen, die Buchhandlung, das italienische Hutgeschäft um die Ecke…. alles ist möglich.

Überzeuge deine Kundschaft nicht durch deine 1 A Rhetorik, sondern durch deine Leidenschaft fürs Thema, wofür sie hier sind! Besteche durch Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, Service und Hingabe – dann werden dir die meisten Kunden auch das Gefühl zurückgeben, dass du cool und wertvoll für sie bist, so wie du bist! Egal wie du sprichst.

Mit solchen Berufen, bei denen du auf moderate Weise zum Sprechen gezwungen, jedoch in Bezug auf Themen, die dir Freude bereiten, kannst du dir auch eher wieder Freude am Sprechen antrainieren. Du desensibilisierst dich und findest deinen Frieden.

Das alles heißt nicht, dass du Stottern nicht doch noch überwinden kannst. Dafür biete ich schließlich meinen Onlinekurs „FLOWtential – Stottern war gestern“. Lass dir die ersten 3 Tagesvideos gratis per E-Mail zu schicken und beginne noch heute deine Zukunft als ausdrucksstarker Kommunikator!

So oder so ist eine mutige Berufswahl nach deinen Herzensthemen ein richtiger und wichtiger Schritt! Lass dich nicht untedrücken von deinem Stottern. Gib ihm nicht die Macht, dir deine Träume zu verwehren!

Und falls du denkst: Aber welcher Arbeitgeber stellt mich als beispielsweise Kundenberater ein, wenn ich doch stottere? Und wie bewerbe ich mich überhaupt, um trotzdem eine Chance zu haben?

Dann habe ich im nächsten Artikel die passenden Antworten und gute Tipps, um deine Erfolgschancen drastisch zu erhöhen!

Sei dir der Rede wert!

Gruß mit Hut,

Dein FLOWmaker Markus