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3 Gründe, warum herkömmliche Stotter-Therapien langfristig nicht wirken

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Warum können viele stotternde Menschen am Ende einer Therapie oftmals fast symptomfrei oder flüssiger reden und kommunizieren, jedoch diese Wirkung fast nie lange aufrechterhalten?

Vielleicht warst du selbst schon in einem mehrtägigen oder mehrwöchigen Programm und konntest Sprecherfolge erzielen. Nur um einige Zeit nach Ende der Therapie festzustellen, dass du wieder der oder die Alte bist!? Kurzfristig oh geil, langfristig oh wei …

Wieso ist das so?

Als Coach für genau diese Situationen und Menschen schicke ich mich an, dir ein paar Denkanstöße und Aufklärungspunkte an die Hand zu geben. Vielleicht fühlen sie sich am Anfang etwas rau und borstig an, aber ein Spaziergang mit ihnen wird sich lohnen!

Bevor ich aber „zu schimpfen“ beginne, erstmal eine wichtige, positive Erkenntis vorneweg: Wenn du bereits ein zumindest kurzfristiges Erfölgchen genießen durfest, ist doch eines süßseewasserklar: Du kannst es! Du kannst stotterfrei und flüssig reden! Es ist kein neurologischer Sprachfehler, keine Behinderung, keine unverbesserliche Fehlfunktion!

Ist doch grandios, oder?

So, genug gefreut. Gehen wir den mysteriösen und volatilen Therapieresultaten auf den Grund. Warum erzielen die meisten von ihnen keine nachhaltigen Erfolge?

1. sie setzen meist symptomorientierte Schwerpunkte

Ich möchte gar nicht unbedingt sagen, dass all diese Therapien zu einseitig oder eindimensional sind. Viele Therapien beinhalten mehrere wichtige Ansatzpunkte in ihrem Programm als nur die Atmung.  Das Verhältnis der Ansatzpunkte stimmt jedoch nicht.

Vorwiegend wird nämlich weiterhin an den Symptomen herumgedoktert, was hauptsächlich die Mechanik betrifft. So erlernst du verschiedenste Atmungstechniken und Atemübungen, wie etwa die Kostalatmung. Kurzfristig kann das sehrwohl einen wunderbaren Effekt auf dein Sprechvermögen erzielen. Ich habe mich jedoch mit diversen Personen unterhalten, die all diese Therapien durchlaufen haben und nach ein paar Wochen oder Monaten zurück ins alte Muster gefallen sind.

Warum konnten sie die Erfolge nicht beibehalten?

Es ist als hätte ein Patient, der an chronischen Kopfschmerzen leidet, nur eine Anleitung zur Ibuprofen-Einnahme erhalten. Was er nicht gelernt und gezeigt bekommen hat: Wie behandle ich statt der Symptome den geballten Stress, der die Schmerzen erst auslöst?

Diese haben nicht unbedingt etwas mit dem Kopf zu tun. Genauso gut hätten sich daraus Rückenschmerzen ergeben können. Die Vorratspackung an Ibuprofen ging irgendwann aus und der Patient wurde zu müde, sich ständig neues zu besorgen und fünf Mal am Tag einzuwerfen.

Stottern ist das Kopfweh. Atmungstechniken in diesem Falle das Schmerzmittel. Hilft. Nicht lange. Mit doofen Begleiterscheinungen. Hier wird zu sehr daran gearbeitet, WIE man spricht, anstatt WER da spricht. Die Rede-Persönlichkeit wird das Wie irgendwann wieder in die Knie zwingen. Wer seine Persönlichkeit aber positiv verändert, lässt deren Kommunikationsweise (das Wie) von alleine verbessern.

2. sie halten deine Identifikation mit einem Stotterer aufrecht

Schlimmer noch: Sie verstärken es sogar! Meines Erachtens liegt der Grund, warum du Stottern überhaupt vom Kindesalter mit ins Erwachsenenalter mitgenommen hast, in der Kreation deines Selbstbildes. Dieses orientiert sich seither am Stottern. Du denkst und glaubst, du bist eine Person mit einem Sprechfehler, einer Sprechstörung, einem Stotterproblem,…

Ein Stotterer eben! Dein Stottern macht dich aus. Und diese These sollst du nun in den Therapien akzeptieren und dich als solcher ständig outen.

Hierbei dürfen wir zwei Dinge nicht verwechseln: Selbstliebe und Identifikation. Es ist ungemein wichtig, dich Selbst anzunehmen! So wie du bist. Auch mit unflüssigem Sprechverhalten.

Aber was bist du?

Du bist jetzt hier an Ort und Stelle das Produkt deiner Vergangenheit! All das, was und wer du jetzt gerade bist oder zu sein denkst, ist die Folge all deiner bisherigen Gedanken, Gefühle und Reaktionsmuster. In gewissem Sinne zwar auch deiner Erlebnisse, aber diese sagen per se nichts aus. Es kommt schließlich darauf an, wie du all diese Erlebnisse interpretiert, verarbeitet und verdaut hast! Und welches Selbstbild du aufgrund deiner Erfahrungen aufgebaut hast.

Dieses Selbstbild fütterst du unbewusst jeden Tag neu. Solange du dir nicht darüber bewusst wirst. Dies hängt mit unserem Gehirn und Nervensystem zusammen, die dieselben Signale über Synapsen aussenden und empfangen. Wir brauchen jetzt nicht über Neuroplastizität, den synpaptischen Spalt oder Neuronen fachsimpeln. Es reicht, wenn du dir erstmal bewusst machst, dass deine Vergangenheit deine Gegenwart erschaffen hat. Deine Gegenwart aber, erschafft deine Zukunft!

Du hast JETZT die Möglichkeit, dein „Schicksal“ in eine andere, schönere Richtung zu lenken. Dies gelingt dir aber nicht, indem du dein altes Selbst weiterhin aufrechterhältst. Selbstliebe, Selbstakzeptanz und Selbstwertschätzung sind alles wichtige Teile des Fundaments, auf dem diese Zukunft erbaut werden und emporragen kann. Aber nicht für dein Stottern, sondern für dein GESAMTPAKET!

Du bist doch nicht dein Stottern! Genauso wenig wie du deine Gedanken bist. Genauso wenig wie du deine Vergangenheit weiter bleiben musst!

Du bist eine wertvolle Persönlichkeit, und zwar UNABHÄNGIG von deinem Sprechverhalten! Also lass dir nicht länger den Stempel aufdrücken oder dir einreden, du seist ein Stotterer.

Sei ein liebevoller, kompetenter und selbstbewusster Kommunikator, der ruhig auch mal stottern darf! Merkst du? Ein riesen Unterschied in deiner Identität!

3. sie übersehen gerne das konditionierte System des Menschen

Vor allem bei stationären Therapien können Stotterer tatsächlich kurz nach Therapie fast flüssig oder zumindest flüssiger sprechen. Ein weiterer wichtiger Grund, warum die meisten von ihnen aber relativ schnell in ihr altes gehemmtes Sprechmuster zurückfallen, ist folgender: Sie konnten sich im Aufenthaltsort weit weg von ihrer üblichen Umwelt und ihrem gewohnten Umfeld neu konditionieren.

Ihr Gehirn hat gelernt, in neuer Umgebung auch neue Verhaltensweisen anzueignen. Dazu zählt natürlich auch die Atmung, das Sprechen, das Selbstvertrauen oder ein Gefühl der Angenommenheit.

Das heißt aber nicht, dass die alten neuronalen Verknüpfungen in unserem Unterbewusstsein gelöscht sind. Diese greifen wieder schnell, sobald die alten Auslösereize erneut präsent sind. Die Neuronen haben gelernt, mit bestimmten Orten, Menschen, Situationen bestimmte Verbindungen einzugehen.

Das ist der gleiche Grund, warum kurzzeitig cleane Junkies nach Enzugsklinik zurück in ihrem gewohnten Alltag und Umfeld wieder rückfällig werden. Daher darf der Ansatz einer Therapie oder eines Choachings sich immer am individuellen Leben und Lebensumfeld des „Patienten“ orientieren.

Patient – Bäh! Pfui! Als wärst du krank. Stottern ist doch keine Krankheit. Deswegen passen auch Therapien grundsätzlich schon nicht zu dir!

Und deswegen lässt sich Stottern auch nicht heilen, wie du hier tiefer nachlesen kannst. Aber apropos Patient und Therapien:

Was ist eigentlich mit Ärzten?

Der Besuch beim Arzt macht nur zum ersten Abklärungsversuch Sinn, um die Frage zu klären: Liegt ein neurologischer Sprachfehler vor? Wenn keine physiologische Ursache auszumachen ist, so zählt deine Stottersymptomatik zum sogenannten idiopathischen Stottern.

Trifft letzteres zu – wie in den allermeisten Fällen – hilft dir kein Schulmediziner mehr weiter. Dann übernehmen meist die Sprechtherapeuten und Logopäden. Diese möchte ich mit diesem Artikel keineswegs denunzieren! Alle tun (hoffentlich) ihr Bestes und wollen dir helfen.  Diese wertvollen Berufe dürfen sich weiterentwickeln! Und ja, es gibt auch in der Logopädie und Sprachtherapie sicherlich grandiose Fachleute, die über den Tellerrand blicken und wundervolle, ganzheitliche UND nachhaltige Erfolge erzielen. Diese seien an dieser Stelle gewürdigt! Und all jene, die das zukünftig vorhaben, auch!

Das Problem liegt per se nicht an den Therapeuten oder Medizinern. Es liegt am unzureichenden System dahinter, welches diese Leute ausbildet. Auch dieses wird sich hoffentlich weiterentwickeln, jedoch werden kassenärztliche Angebote oder Programme und Seminare über ein paar Tage und Wochen niemals ein intensives Coaching ersetzen, welches über längere Zeit die gesamte Persönlichkeit ent-wickelt. Nur dadurch haben wir zusammen die Möglichkeit, die Ursachen zu schwächen, dein Selbstbild zu ändern und dich als erstärkten Kommunikator in deinem und jedem anderen Umfeld nachhaltig und langfristig zu etablieren. Damit dir Stottern nicht länger im Wege steht, um dein Potenzial endlich zum Ausdruck zu bringen!

Ich freue mich, wenn ich deine Erfahrungen und deinen Stand der Dinge in einem persönlichen Gespräch kennenlernen darf. Kostenlos, versteht sich!

Klicke dich hier zu unserem unverbindlichen Termin! Wir rocken das zusammen! 🙂

Unterstützender Gruß mit Hut

Markus