Das Staatsprinzip Mensch

DAS STAATSPRINZIP MENSCH & SEINE GEWALTENTEILUNG

(VERSTEHEN WIE WIR TICKEn)

Um zu verstehen, wie der Mensch als hochkompliziertes Wunderwerk funktioniert, ist es manchmal hilfreich sich an Allegorien zu bedienen. Verbildlichungen oder Vergleiche helfen, Komplexes in gewohnte, einfachere Bilder zu packen.

Während des Geschichts- und Sozialkundeunterrichts beim fröhlichen Abitur-Nachholen mit Anfang dreißig fiel mir eine interessante Parallele auf: Mensch und Staat. Beide Komplexitäten verfügen über viele existentielle Organe, doch der Vergleich wird noch interessanter: Wie auch in der BRD herrscht im Menschen selbst eine Gewaltenteilung. Ist diese nicht stimmig, zerfällt das ganze Konstrukt sukzessive. Vereint in der Teilung sind wir durch folgende Instanzen:

Legislative: Ent-Latein-isiert ist das die Gesetzgebung. Diese gewaltige Rolle fällt unserem Bewusstsein zu. Es trifft Entscheidung, ist kreativ und kann neue Gesetze und Regulierungen entwerfen. In jedem Moment des Tages können wir durch unseren Verstand bewusst neue (Lebens)Pläne schmieden und alte überdenken. Zur nächst höheren Instanz kommen diese dann allerdings nur mit gewissem Nachdruck. Der Gesetzgeber muss die geplanten Veränderungen beständig wiederholen, ehe diese dann abgesegnet sind von der ausführenden Gewalt namens…

Unterbewusstsein – die Exekutive. Sind die neuen Gesetze und Statuten akzeptiert (als neuer Glaubenssatz), führt die Regierung das neue Programm aus. Schon an der Bezeichnung „Regierung“ wird klar, wer mächtiger ist und letztlich regiert. Der König ist unser Unbewusstes.  Zugegebenermaßen wird diese Regierung dem gängigen Beamten-Vorurteil durchaus gerecht: Sie überlässt lieber dem Parlament die kreative Arbeit, hat keine eigene Meinung, urteilt nicht über wahr oder falsch, gut oder böse, rechtens oder unrechtmäßig. Sie macht einfach ihren Job, aber den macht sie zuverlässig und durchsetzungsstark.

Bleibt noch die Rechtssprechung zu besetzen, und dies übernimmt: der Körper. Er vergleicht das Gewollte mit unserem Handeln und prüft beides auf Übereinstimmung. In anderen Worten: Der Körper kontrolliert, ob die Wünsche des Parlaments namens „bewusster Geist“ mit den Ausführungen der Regierung (unbewusster Geist) in Einklang oder Konflikt stehen, und ob es mit dem übergeordneten Lebenserhaltungstrieb und der Evolution harmonisiert.

Über sein Kontrollergebnis setzt er uns fortlaufend in Kenntnis, und dafür hat er sein ganz eigenes Kommunikations-Instrument: Gefühle. Sie sind die Feedbacksprache des Körpers.

Ist alles konform und kongruent, so zeigt sich das in Form von Wohlgefühl, Gesundheit, Liebe, Wertschätzung, hohem Energielevel, Vitalität. All diese Wahrnehmungen drücken reibungslosen Energiefluss aus – der Mensch hat vollen Zugriff auf seine Kapazitäten und Potenziale.

Deckt der Richter allerdings Widersprüche auf, so kommuniziert er das etwa durch Unwohlsein, Angst, Stress, schlechte Laune. Bei ausbleibenden Maßnahmen seitens des Parlaments zeigt er das schließlich auch durch Depression, chronische Krankheit, chronifizierten Schmerzen. Letztere Dinge sind also Warnsignale über Fehlfunktionen und gestörten Schwingungen in generellen Abläufen im Staat Mensch. Wie bei der Demokratie ist es auch in uns der Beginn des Zerfalls, bis man sich dem Chaos der Anomie vollständig ergeben hat.

Höchste Zeit, Destruktives in Konstruktives umzuprogrammieren. Höchste Zeit, unsere drei Gewalten an einem positiven Strang ziehen zu lassen um in demokratischem Frieden mit sich selbst zu leben.