Das wichtigste Gespräch deines Lebens

Der innere Monolog
Erkenne und verändere das wichtigste Gespräch deines Lebens

Lindau am Bodensee – meine neue deutsche Lieblingsstadt. Oder sollte ich Lieblingsinsel sagen? Ich befinde mich in der Drei-Länder-Region, die Deutschland, Österreich und die Schweiz über das Süßwasser verbindet. Fast hätte es auch Lichtenstein ans Ufer geschafft – diese paar fehlenden Kilometer hätten dem winzigen Land nun wirklich nicht geschadet.

Die schmalen Gassen, deren Kopfsteinpflaster ich wegen der hier herrschenden Leichtigkeit und Zauberhaftigkeit kaum zu berühren scheine, führen mich vorbei an wunderschönen Cafés, zahlreichen Buchläden und manchmal beides in einem. Sehr koffeiniert und belesen, diese Lindauer!

Der Charme vor Ort erinnert mich stark an die italienischen Städtchen entlang des Gardasees. Bardolino, Lazise und Co durfte ich zwei Jahre zuvor genießen, und in meinem Schwelgen in diesen vergangenen Zeiten wird mir plötzlich eine ganz entscheidende Veränderung bewusst, die mein Leben nach und nach beschlich. Es war damals der Startpunkt und Aufbruch auf den Weg zur Heilung und einem besseren Leben, was sich nun Realität nennen darf.

In Italien erfreuten mich tolle Unterhaltungen und Gespräche mit der Familie, und seitdem führte ich sehr viele weitere und wichtige, die großen Einfluss auf meinen Werdegang nahmen.

Doch was ist das wichtigste Gespräch das jeder von uns führen kann?

Was ist das wichtigste Gespräch deines Lebens?

Mit demjenigen, mit dem du am meisten Zeit verbringst.

Mit wem verbringst du die meiste Zeit deines Lebens?

Mit dir!

Mit dir selbst, ganz allein, völlig gleich wer dich gerade sonst noch umgibt!

Es drückt die Art und Weise aus, wie du mit dir selbst kommuniziert und umgehst.

Die Erkenntnis, dass das wichtigste Gespräch meines Lebens mein inneres Selbstgespräch ist, gab mir eine völlig neue Klarheit und Macht. Denn Stück für Stück wurde mir bewusst, wie verheerend und unschön ich mit mir selbst redete und umging.

„Oh Mann, ich bin so blöd!
Jetzt hast du’s schon wieder vermasselt
Wie kann man immer nur solches Pech haben!?
Ich bin zu dünn/untrainiert/bleich, das sieht nicht gut aus!
Wieso steht mein Körper mir immer bei allem weg?
Warum werde ich immer am ungünstigsten Zeitpunkt krank?“

Unser Leben formt sich nach unserem Glauben und unseren Erwartungen. Wie sollte ich denn jemals bahnbrechende Ideen haben, wenn ich mir selbst mehrmals pro Tag einredete, ich sei blöd? Wie sollte ich glücklich werden, wenn ich mir selbst immer das größte Pech andichtete? Wie sollte ich denn jemals gesund werden, wenn ich kein Vertrauen in meinen Körper hatte und ihn immer wieder auf neue schallt und beschimpfte?

Bevor ich aufzeige, wie ich mir diesen destruktiven Denkmustern bewusst wurde und du das auch kannst, möchte ich etwas wichtiges klarstellen:

Du bist nicht dein Gehirn, du bist nicht dein Verstand. Du hast ein Gehirn, du hast einen Verstand.

Der Verstand denkt nicht, sondern DU drückst deine Gedanken über den Verstand aus. Es ist (d)ein Instrument.

Wie können wir unseren Gedanken bewusster werden?

Zwei Methoden haben sich für mich bewährt:

Zum einen: Meditation. Beim Meditieren lernst du deine Gedanken von einer höheren Ebene aus zu betrachten. Es ist eine Art Training, vom Gewohnheitsdenker im mentalen Hamsterrad zum wertfreien Beobachter zu werden.

Zu anderen: Journaling, oder wie ich es nenne: Mein Glücksmanuskript. Um mir im Alltag überhaupt bewusst zu werden, dass ich mir meinen Gedanken bewusst werden will, brauchte ich dafür ein extra Bewusstsein. Dies erzeugte ich, indem ich mein Vorhaben jeden Abend und jeden Morgen in mein kleines Büchlein am Nachttisch schrieb:

Ich bin mir meiner Gedanken mehr und mehr bewusst!

Und als ich dann diese oben genannten Selbstgesprächsfetzen entlarvte, wandelte ich sie um:

Ich bin ein 1er Schüler und dankbar für meine genialen Ideen.

Die Folge: Gewinner zahlreicher Kreativwettbewerbe und mein Abitur habe ich nebenbei mit dem NC-Schnitt von 1,0 nachgeholt!

Ich bin ein Glückspilz – jeder Tag hält Wunder für mich bereit!

Die Folge: Jeden Tag weiß ich, wofür ich mich glücklich schätzen kann und wohl auch deshalb war ich keinen keinen ganzen Tag mehr schlecht gelaunt!

Mein Körper ist ein Genie – jede Zelle in mir funktioniert und regeneriert vollständig und einwandfrei!

Die Folge: Frieden in einem genesenden Körper, der sich von chronischer Krankheit tatsächlich immer mehr befreit und zu mehr und mehr Vitalität zurückkehrt. Ein Genie eben….

Also nimm dir jetzt sofort ein Blatt Papier und schreibe folgendes nieder: Ich bin mir meiner Gedanken mehr und mehr bewusst!

Notiere diesen Satz mindestens dreimal hintereinander, zweimal täglich, am besten vor und nachdem Schlaf.

Warum? Durch Wiederholung installierst du einen neuen Gedanken in dein Unterbewusstsein, und so wird dieser Gedanke ein neues Gewohnheitsprogramm. Der Gedanke transformiert sich in einen unbewusst ausgeführten Automatismus. Der Autopilot fährt dich somit zu deinem Ziel.

Im Prozess des Einschlafens und des Aufwachens befinden wir uns in der sogenannten Theta-Phase des Gehirns, in der das Unterbewusstsein am zugänglichsten für uns ist, wie in den ersten sechs bis sieben Jahren unseres Lebens, in denen unsere Grenze zwischen Realität und Fiktion sehr schwammig bis nicht vorhanden war.

Immer öfter wirst du dich im Alltag wiederfinden in deiner neuen Beobachterrolle, weil dich dein Unbewusstes dran erinnert: Hey, ich bin mir mehr und mehr meiner Gedanken bewusst!

Damit kannst du negative, destruktive Denkmuster deines inneren Monologs aufspüren, die nichts anderes sind als Glaubenssätze. Und diese darfst du herausfordern und überschreiben!

Jedes andere Gespräch, das wir außerhalb von uns selbst führen, egal ob ein Gespräch mit Freunden und Familie, Verkaufs- oder Einstellungsgespräch – jede andere Konversation wird von unserem inneren Monolog entweder profitieren oder negativ beeinflusst sein.

Denn deine Gedanken sind entweder KONstruktiv oder DEStruktiv. Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten. Denkst du zugunsten deiner Ziele, Träume und dem Leben, das du dir wünschst? Oder schelten dich deine Gedanken wieder aufs neue, entmutigen dich, hadern und zetern mit deinen tatsächlichen Wünschen?

Deswegen überprüfe doch mal genau, ob dein innerer Gesprächspartner ein hilfreicher und wertiger ist. Er wird dir nicht wörtlich antworten, sondern in Form von Gefühlen, Körpersignalen und Lebensereignisse, die sich in der Außenwelt auftun. Das formt unseren Monolog irgendwann doch zu einem latenten Dialog. Aber es ist dieser innere Monolog der unser Leben bestimmt, unser Schicksal schmiedet und definiert wer oder was wir sind. Was wir von uns selbst und der Welt halten.

Deshalb bitte ich dich, werde dir über deine Gedanken bewusster!

Also tu dir selbst einen Gefallen und höre in deine innerliche Konversation und Kommunikation hinein. Ist sie KON- oder Destruktiv? Wer ist dieses Wesen, mit dem du jeden Tag deines Lebens verbringst? Ein vergebender Unterstützer? Oder ein schwarzmalender Unterdrücker?

Definiere es! Schreib es auf! Ändere es!

Vielleicht sitzt du dann auch eines Tages am Hafen von Lindau und denkst dir: Mein Gott, wie übel bin ich vor kurzem noch mit mir selbst umgegangen! So würde ich doch auch meine Mitmenschen niemals behandeln und kritisieren!

Und hoffentlich spürst du dann auch diesen innerlichen Frieden in einer Seele, die den Körper, den bewussten und den unbewussten Geist genauso vereint wie der Bodensee seine drei angrenzenden Länder.