Ein dreister Knabe

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Ein dreister Knabe

(Herbst-Gedicht)

Eines Tages jeden Jahres
Fährt mein Antlitz dreisten Knabe’s
Über Euch verwöhnte Münder

Die Natur birgt Augenfutter
Holt Euch letzte Bauernbutter
Wenn ich es schon baldig plünder‘

 

Schöpfend aus der Farbpalette
Komm ich an die Straßenecke
Um das Blatt schon bald zu wenden

Schmücken werd ich all die Äste
Aus dem Wald schaff ich Paläste
Doch schon bald wird alles enden

 

Schenk‘ der Traurigkeit das Schöne
Und der Schönheit triste Söhne
Auch wenn alles sich verliert

Selbst die Vögel jag ich fort
Singen soll‘n sie andernorts
Wo das Wasser nicht erfriert

 

Mit mir ist die Welt harmonisch
Sag ruhig ich sei melancholisch
Trotzdem komm ich immer wieder

Doch auch weichen werde ich
Weichen stell’n im Dämmerlicht
Weichen meiner drei Gebrüder