Einhörnerei

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Einhörnerei

Eines Tages im November
schweift ein großgewachs‘ner Mann
durch die Nässe, durch die Kälte
einen schmalen Grad entlang

 

Seine Augen sprechen Groll
Welch ein Tag voll Scheußlichkeit
Selbst der Vogel singt das Moll
Als er nach der Beute greift

 

Graue Wolken, Himmel’s Schmutz
Scharen sich ihm ungelegen
Uns’re Sonne scheint verdeckt
Durch die Dichte kalten Regens

 

Solch ein Tag reicht nur Verdruss
Es durch seine Sinne tanzt
Hofft, er gehe bald vorüber
Hofft, das Morgen bringe Glanz

 

Selben Tages im November
Siebt sein Aug ein kleines Kind
Durch die Nässe, durch die Kälte
Wie es hüpft, oh wie es springt

 

Diese Augen schillern hell
Welch ein Tag der Heiterkeit
In den Pfützen lebt ein Spiegel
Diesmal gar ein Lächeln zeigt

 

Oh, die Wolken, Himmel’s Schmuck
Scheinen uns so weit voraus
Papa, schau, die eine dort
Sieht wie ein kleines Einhorn aus

 

Solch ein Tag schenkt Zauberei
Denkt das Kind voll Energie
Und es kennt allein das Heute
Hofft der Tag, er ende nie