La tarde segura

La tarde segura

Die Nacht war stürmisch, als wuchtiger Regen auf das Dach und an die Fenster unserer bescheidenen Unterkunft nähe Puntarenas hämmerte. Eigentlich finde ich Freude an dem beruhigenden Geräusch des Regens während der Nacht, doch dieses Mal war es anders. Am nächsten Morgen verdeckten nämlich noch immer schwere Wolken meine gewünschte Sonne, nach der ich mich so sehnte nach all der grauen Kälte in Deutschland. Doch Silvia, meine mich begleitende Tika, wie Frauen in Costa Rica

genannt werden, kommentierte meinen Unmut nur mit: 

Mañana oscura, tarde segura!

Der Morgen im Dunkeln, der Abend wird funkeln.

Mein Spanisch war bereits zu diesem Zeitpunkt gut genug um diesen sinnbildlichen Spruch und dessen Bedeutung zu verstehen, und so hing ich mich einfach an ihren Optimismus. Auf unserem anschließenden Weg nach Bajamar durchlöcherte ein warmes Licht allmählich immer mehr das Wolkendickicht über uns. Wir durchfuhren eine wunderschöne Landschaft, wo sich diese so lebendig wirkenden, prachtvollen Bäume über uns umarmten und einen Tunnel der Zweige für uns schufen. Die Sonne gewann nun Oberhand und ermöglichte auf ihrem Weg durch die Baumkronen tolle Licht-Schattenspiele auf dem Asphalt. 

Als wir uns am Nachmittag am Zielstrand einfanden, schenkte uns der fast wolkenfreie Himmel einen Badetag am Meer wie er im (Bilder-)Buche steht. Nun fielen mir wieder Silvia’s Worte ein, und ich durfte ihr beipflichten: Mañana oscura, tarde segura! Ich wusste, dieser Satz würde mir auch in Bezug auf andersartige, schlechte (Tages-)Anfänge helfen, und so kam mir eine passende Übersetzung in meine Muttersprache…