Fensterblick

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Poesie

Fensterblick

 Mein Blick aus dem milchigen Fenster

Ergreift die 

BÄUME

Die oftmals die Sonne nehmen

Doch auch den Schatten spenden

Wachturmartig türmen sie als stämmige Beschützer

Als könnten sie mich vor der angsteinflößenden Weite der Welt bewahren

Sie tönen nicht, nehmen meist ihr Blatt vor den Mund

Doch wissen stets woher der Wind weht

 

Mein Blick aus dem milchigen Fenster

Erspäht die 

ZÄUNE

Die gerade hoch genug sind

Um mir Scheinsicherheit glaubwürdig zu verkaufen

Penibel trennen sie den meinen von des Nachbars Grund

Als griffen sie Besitz, teilen Gottes Boden in mein und sein

Ziehen Grenzen zwischen Vertrautheit und der Fremde

Nur Wagemutige mögen über sie klettern

 

Mein Blick aus dem milchigen Fenster

Durchdringt die 

TRÄUME

Die sich an den Wachmännern und Grenzposten vorbeistehlen

Sich auf und davon machen wo nichts mehr sicher scheint

Wo Vertrauen weit mehr Risiko birgt

Und mir nichts gehört außer der lebhafte Moment

Sie sind das Adrenalin des Lebens

Welches endlos durch die Meridiane der Erdkugel strömt

Und meine Gegenwärtigkeit wieder wachzurütteln vermöge

 

Mein Blick aus der milchigen Ferne

Fällt zurück auf die 

FREUNDE

Die ich durch mein Vorstoßen verließ

Im Grunde jedoch sind sie es

Die mir Sicherheit vermitteln, Vertrauen schenken, mich beschützen

Und trotzdem Grenzen ziehen wo nötig

Sodass ich selbst den Nachbarn zu ihnen zähle

Keiner gehört dem anderen und doch gehören wir einander

Sie sind mein Garten, und jedes Risiko sie hinter mir zu lassen

wäre ein Stück zu hoch für meinen Zaun

 

Ich sah all die 

Bäume, Zäune, Träume und Freunde

Und nun?

Das Fenster aus dem ich blicke

Ist plötzlich glasklar

Ich sehe die Schönheit in meinem Garten der Polarität

Und meine Träume will ich weiter besitzen

Sie geben mir 

RÄUME

 

Außerdem vertrag ich keine Milch.