Der Horizont und das Meer

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Der Horizont und das Meer
(ungereimtes Gedicht)

Die geradeste Linie, die nicht von Menschenhand gezeichnet wurde. 

Ein feiner Pinselstrich Gottes, als hätte er ein Lineal benutzt um das Meer vom Himmel zu trennen und das Blau in zwei unterschiedliche Farbtöne. 

Zweimal am Tage dient sie als Versteck der roten Sonne; die scharfe Kante zwischen Tag und Nacht. 

Diese Linie ist die Antwort auf die Frage wohin die

Blicke reichen, wie weit das Auge sieht. 

So scheint es wie das Ende des Meeres, und dabei beginnt es dort erst (spannend zu werden).

 Dort hinter liegt das Unbekannte. Dort endet unsere Komfortzone. 

Weit davor erkennen wir das Schiff im Hafen, das sich auf den sanften Wellen der Geborgenheit in Sicherheit wiegt. 

Doch wissen wir alle, dass ein Schiff dafür nicht erbaut wurde. 

Ferner soll es die Meere und Ozeane durchkreuzen, anderes Land sichten und Neues entdecken und für sich gewinnen. 

Wir würden heute nicht auf Weltkarten blicken, Fremdsprachen beherrschen und so vieles mehr, hätten die Seefahrer damals nicht den Mut für Abenteuer aufgebracht, über diese Kante namens Horizont hinauszusegeln, um selbigen zu erweitern. 

Und jedesmal tut sich eine neue Linie auf, hinter die wir nicht blicken können solange wir sie nicht ansteuern und erreichen – nicht nur auf dem Wasser. 

Sie hat etwas Faszinierendes, in schöner wie auch bedrohlicher Weise. 

Doch dort liegen auch Antworten, die wir bis dahin nicht finden konnten.