München in EINEM Tag

München in EINEM Tag

München an nur einem Tag sehen?

 

Ja – vorausgesetzt es ist nicht zur Wies’n Zeit, denn für’s Oktoberfest braucht man ja alleine schon einen ganzen Tag zum genießen und einen weiteren zum ausnüchtern. Aber unabhängig davon, ob du München effizient an einem einzigen Tag kennenlernen möchtest oder als Münchner für Bekannte den Tourguide spielen willst/musst/darfst – dieser folgender Vorschlag könnte dir zu Nutze sein.

 

Wie wär es zum Auftakt am frühen Vormittag mit einem legendären Weißwurst-Frühstück direkt am zentralen Marienplatz? Im Wirtshaus Zum Spöckmeier ist die Weißwurscht mit süßen Senf nicht nur lecker, sondern es findet sich auf deren Karte auch eine einzelne – quasi zum probieren.

Nun bietet meine Route zwei Varianten, um zum Karlsplatz Stachus zu gelangen:

 

kürzere Option 1: Die stark frequentierte Fußgängerzone entlang der Kaufinger Straße hinabspazieren, zwischen all den großen Kaufhäusern.

 

längere Option 2: Vom Wirtshaus die etwas gediegenere Sendlinger Straße bis zum Sendlinger Tor hinabschlendern. Diesen Fußmarsch finde ich fast schöner, außerdem liegt die sehenswerte Asamkirche direkt auf dem Weg.

 

Vom Sendlinger Tor läuft man entweder um die zehn Minuten zum besagten Stachus, oder fährt eine Station mit der Trambahn.

 

Am Karlsplatz / Stachus (wir Bayern sagen ausschließlich ‚Stachus‘) darf man sich ruhig ein paar Mal um die eigene Achse drehen, schließlich ist man umgeben von einigen tollen Gebäuden. Wie wärs also mit einem Foto vor dem Karlstor, wenn im Hintergrund die Kaufinger Straße ihren Lauf nimmt?

 

Die Wasserfontänen sorgen für Abkühlung, dahinter ist die Sicht frei auf das historische, kolossale Landgericht – und ich rede hier ausnahmsweise nicht vom Essen. Bereits hier darf man feststellen, dass auf fast jedem alten Gebäude Münchens irgendeine Statue oder Skulptur thront. Es lohnt sich also immer ein bewusster Blick bis ganz nach oben!

 

Statt einem kostspieligen Sightseeing Bus bietet sich hier eine deutlich günstigere Alternative: Die Trambahn der Linie 19 Richtung St.-Veith-Straße. Auf dem Weg Richtung Ostbahnhof passiert man viele tolle Sehenswürdigkeiten, wobei man an jeder der Haltestellen aus- und wieder zusteigen kann – die Tram kommt schließlich alle 10 Minuten wieder vorbei.

 

Stationen:

 

Lehnbachplatz                 (vorbei an meinem Lieblingsbrunnen)

Theatinerstraße               (passiert wird das Hotel Bayerischer Hof und die Michael Jackson Gedenkstätte)

Nationaltheater               (Das Gebäude mit Umgebung spricht für sich)

Kammerspiele                 (Willkommen auf der teuersten Straße Deutschlands – der Maximilianstraße)

Maxmonument                (Prächtige Statue gefolgt von einem schönen Ausblick beim Überqueren der Isar)

Maximilianeum               (Hier umkurvt man das beeindruckende Gebäude des Bayerischen Landtags)

Max-Weber-Platz            (Dort lugt der kleine bezaubernde Wiener Platz bereits durch die Ecken. Wieso also nicht aussteigen und mal kurz vorbeischauen?)

Wörthstraße                     (Nette Cafés und Lokale am Straßenrand)

Ostbahnhof

 

Glücklicherweise der schönere Abschnitt im Bahnhofs-Areal, umgeben von blühenden Bäumen (falls Sommer) und einer unverbindlichen Einladung ins Pariser Viertel, wo man sich nach 5 Minuten Fußweg in den kleinen Straßen rund um den Pariser Platz einen morgendlichen Kaffee gönnen kann.

Ansonsten wartet man einfach 3 Minuten am selben Ort und steigt auf der anderen Straßenseite wieder in die 19er Tram ein – diesmal in die andere Richtung: Pasing

 

Am besten setzt man sich nun auf die andere Seite der Trambahn wenn die Fahrt nun wieder durch bereits bekannte Zonen kurvt. Steigt man bei den Kammerspielen aus und überquert die Luxus-Straße namens Maximilian, so führt die übernächste Querstraße links direkt zum Platz’l.

 

Dieser ist mit Lokalitäten des Starkochs Alfons Schuhbeck gesäumt. Dazwischen mogelt sich neben dem Starbucks auch ein Irish Pub, doch will man sicher lieber einen Blick in das weltberühmte Hofbräuhaus gegenüber werfen. Wer schon eine Mittagshungrigkeit verspürt und eine gewisse Lautstärke verträgt, darf hier natürlich gerne zum Bayerisch Essen bleiben. (Lunch Option 1)

 

Kleiner Tipp am Rande: Am Eck neben Starbucks ist ein kleiner Durchgang, der euch in einen kleinen Zwischenhof führt – mit purem Romantischen Charme aus dem Mittelalter. Wunderschön und nur zwei Minuten Zeitaufwand!

 

Die autolosen Pflaster im Herzen der Altstadt leiten einen nun durch schmale Gassen und alte Häuser zurück zum Marienplatz.

 

Das beste Fotomotiv hat man übrigens leicht versetzt vom Tor des Spielzeugmuseums, zwischen dem Tal und Beginn des Marienplatzes (siehe Profilfoto). Von dort aus lassen sich in fast immer guten Lichtverhältnissen die Wahrzeichen Münchens fotografieren: Das mächtige Rathaus neben den beiden Zwillingstürmen der Frauenkirche.

 

Wie das Rathaus von vorne aussieht wissen wir ja bereits, jetzt sollte man aber unbedingt den Innenhof bestaunen mit all seinen mittelalterlichen Facetten. Deliziös aber etwas hochpreisiger Essen lässt sich hier auch im Ratskeller, welcher sich im Untergeschoss des Gebäudes befindet. (Lunch Option 2)

Für 2,50 Euro erhält man einen ganz besonderen Ausblick vom 5. Stock des Rathauses. Ein kleiner versteckter Aufzug bietet einem hierfür die Chance.

 

Wer bei schönem Wetter lieber draußen sitzt, der könnte auch ins Andechser am Dom einkehren, direkt an der Frauenkirche unweit vom Marienplatz. Rundum die gewaltigen Kirchtürme herrscht ein nettes Flair von mehreren Restaurants und Lokalitäten.

 

Ein kleiner Marsch zurück und ab zum Viktualienmarkt! Der ist ja fast obligatorisch, finden sich hier doch so viele typisch bayerischen Leckereien und unzählige Köstlichkeiten aus der ganzen Welt. Wer allen kulinarischen Versuchungen bisher widerstanden hat, wird spätestens hier schwach werden. So setze man sich doch in den Biergarten vor Ort und speise was immer das Auge für gut befindet. Natürlich geht hier alternativ auch immer ein Augustiner Helles oder Weißbier als Dessert.

 

Wer nicht zu voll ist und weitere Höhen und Aussichtspunkte erklimmen mag, der hat dafür auf dem Weg zurück eine weitere Gelegenheit im Turm des Alten Peter.

 

Eine U-Bahn Station vom Marienplatz entfernt liegt der ehrwürdige Odeonsplatz mit seinen imposanten Löwen. Hat man diese im Blick findet sich rechts davon die Theatinerkirche, in welche sich ein oder zwei Blicke absolut lohnen!

 

Auf der gegenüberliegenden Seite wartet der wunderschöne beblumte Hofgarten – eine barocke Parkanlage, umrandet von den Arkadengängen. Wer noch gut zu Fuß ist, der spaziert bis zum sehenswürdigen Gebäude der Bayerischen Staatskanzlei und links daran vorbei. Der Weg führt aus dem Hofgarten hinaus zum Haus der Kunst, von wo aus die famose Eisbachwelle mit den Stadt-Surfern keine 200 Meter entfernt ist. Das Problemchen dieser Location ist nur: Sie lässt sich nicht geschmeidig in unsere Route einfügen und man muss entweder zu Fuß oder mit Tram (Linie 18) und U-Bahn wieder zurück.

 

So reicht auch meist ein kleinen Rundgang durch den Hofgarten und dann geht es weiter mit der U6 vom Odeonsplatz zur Universität.

 

Da ich unsere berühmte Leopoldstraße nur nachts wirklich sehenswert finde, lasse ich diese aus und gewähre lediglich einen Blick aufs Siegestor.

 

Im Univiertel bieten sich vielerlei Möglichkeiten für einen Nachmittags-Cappuccino. Von der U-Bahn-Station ab sind die Straßen gesäumt von individuellen Cafés und Lokalitäten. Folgt man der Schellingstraße bis zum Ende und biegt dann links ab, erblickt man bald die Pinakothek.

 

Mein Ziel ist allerdings die Technischen Universität, welche dann nur noch ein paar Minuten entfernt liegt. Ein Aufzug bringt uns in den 5. Stock und wir stehen sofort mitten im Café Vorhölzer. Dieser Geheimtipp birgt eine riesige Dachterasse der TU, auf dem man einen 360 Gad Weitblick über das ‚große Dorf‘ München und seine Dächer genießen darf. Nun sieht man auch einiges, was auf unserer Ein-Tages-Schnellroute leider auf der Strecke blieb, wie beispielsweise der Olympiapark mit dem Fernsehturm. Wenn man es zeitlich gut organisiert, wäre ein Sonnenuntergang mit frischem Getränk in der Hand ein traumhafter Tagesabschluss.

 

Wer dann noch Kraft und Lust hat auf einen Drink im Nachtleben Münchens, der fahre doch mit der U-Bahn zum Sendlinger Tor und gehe von dort aus ins Glockenbachviertel. Dort reihen sich viele kleine Bars aneinander, auch wenn nicht alle unbedingt für hetero-orientierte Geschlechter geeignet sind.

Alternative im selben Viertel: Der Gärtnerplatz. Einfach mitten hineinsetzen auf die Grünfläche zwischen Blumen und Brunnen während man von den Autos und Cafés umkreist wird.

 

Natürlich hat München noch vieles mehr zu bieten, wie der Königsplatz, der Olympiapark, das BMW Museum, Schloss Nymphenburg, Die Allianz Arena des FC Bayern und allen voran der Englische Garten. Aber diesen am selben Tag noch zu erlaufen und zu durchkreuzen nach all den Fußmärschen ist wohl dem Guten etwas zu viel und macht auch nur bei entsprechender Wetterlage Sinn. Deshalb endet unser Tagestrip hier und ich hoffe, es wird euch gefallen wenn ihr meinen Vorschlägen nachkommt!

Servus, Pfiat’s Eich!