Das NUG-Prinzip – oder: Triangel der Verdauung

In der holistischen Medizinlehre der Ayurveda spricht man häufig vom sogenannten Agni – dem Verdauungsfeuer. Dessen Flamme gilt es hoch und stark zu halten, denn eine gesunde und gute Verdauung betrifft nicht nur das Essen. Einen Satz, den ich einst aufschnappte, blieb mir besonders schön hängen: Es geht darum, die Welt zu verdauen!

Wie wahr diese Aussage ist! Schließlich müssen wir nicht nur die Nahrung aufspalten, aussortieren und assimilieren, sondern genauso all die anderen Informationen, die aus der Umwelt und unserem Umfeld auf uns einprasseln.

Mit meinem makabren Erfahrungsschatz und meiner Rückkehr zu körperlicher Gesundheit und seelischem Wohlbefinden sah ich sie plötzlich vor mir: Die Triangel, die alles verbindet. Sie präsentiert eine sinnvolle Übersicht jener Faktoren, welche über Leid und Freud entscheiden. Ein besseres Verständnis darüber, was unser Leben sukzessive Richtung Malaise und Zerfall oder Vitalität und Glück schieben kann:

Die Triangel der Verdauung

Wir verdauen ununterbrochen bestimmte Arten von dem, was ich Informationsenergie nenne. Es ist wichtig zu verstehen, dass alles, was wir uns tagtäglich zuführen – oder was uns zugeführt wird – Information ist. Da das Universum (wie auch der Mensch an sich) eine komplexe Summe aus Energien ist, findet jede Sekunde ein ubiquitärer Austausch an Informationen statt – in uns, durch und um uns herum. Überall zu jederzeit. Und es sind besonders drei Bereiche, deren Energieströme wir jeden Tag verdauen müssen, welche sich gegenseitig bedingen und in Korrelation stehen. Sie bilden die Ecken dieser Triangel N, U und G.

Das N-U-G Prinzip

N

Aus dem ersten Eck fließt jene Information, die unser Körper durch Nahrung aufnimmt. Jedes Lebensmittel liefert uns gewisse Bausteine und Substanzen, die nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Psyche und den Geist energetisch informieren, neue Zellen bilden lässt und Energie liefert. Ernährung ist also ein Grundpfeiler unseres Glücks in jeder Hinsicht.

U

Aus Eck Nummer Zwei entfaltet unser Umfeld ihre Wirkung auf uns, respektive unsere Umwelt. Darunter fällt nicht nur die Qualität der Luft, die wir atmen, sondern auch die Qualität unserer Mitmenschen, mit denen wir sozialisieren. Familie, Freunde, Kollegen, Passanten – alle beeinflussen unser Denken und Handeln und schießen ein Feuerwerk an Informationen auf uns ab. Wie oft sagt der Volksmund „Das muss ich erst einmal verdauen“, nachdem er eine Botschaft überbracht bekam. Sowohl eine Hiobsbotschaft, wie auch eine äußerst Erfreuliche hat Effekt auf unsere vorrangigen Verdauungssysteme. Wenn du plötzlich erfährst, dass du deinen Job verloren oder den Lotto-Jackpot geknackt hast, wirst du auch bei leerem Magen erst einmal nichts essen können/wollen, weil der Magen-Darm-Trakt es gar nicht bearbeiten könnte. Es gibt schließlich nun andere Informationen, die vorab zu verdauen sind.

G

Die dritte Art der Informationsenergie, welche sogar noch häufiger und mächtiger auf uns wirkt als die anderen beiden, sind unsere Gedanken. Jeder Gedanke ist nichts anderes als Energie, die eine Information enthält. Diese jagen wir durch unseren gesamten Körpergeist und beeinflussen sogar die Zellen und unsere DNA. Die Forschungen der Epigenetik bestätigen diese Tatsache nun auch mehr und mehr auf wissenschaftlicher Ebene.

So wie Worte einer anderen Person verdaut werden müssen, so sind es auch unsere eigenen gedachten Worte.

Jeder Gedanke, den wir sähen, ist ein neuer Keim für unser Unterbewusstsein. Je öfter dieser ausgestreut wird, desto mehr keimt und wächst dieser Gedanke zu einem Muster und reift schließlich zu einem firmen Glaubenssatz.

So lässt sich sagen: Ein Gedanke ist zwar akut; ein Glaubenssatz ist jedoch die chronische Form eines (oft wiederholten) Gedankens.

Dies klingt etwas negativ, was es nicht sein muss, solange der Gedanke positiver, förderlicher Natur ist. Jedoch gilt folgender Grundsatz für alle drei miteinander verbundenen Energiemasten der Triangel.

Die Haupteigenschaften der Energien

Jede dieser drei Energien kann in zwei Haupteigenschaften unterteilt werden: Entweder ist die Informationsenergie konstruktiv oder destruktiv.

Deshalb ist es von immenser Bedeutung, diese Bereiche genau darauf zu prüfen: Bist du gerade etwas ausgesetzt, dass dich bestärkt oder schwächt?

Von den etwa 60 000 Gedanken, die täglich durch deinen Geist jagen, wie viele sind dir dienlich und welchen Anteil haben die Negativen, die dir das Leben erschweren?

Kein Wunder also, wenn uns manchmal das vermeintlich gesündeste Essen nicht wohl bekommt, wenn zwar die Nährstoffe alle konstruktiver, natürlicher Art sind, jedoch die aktuellen Emotionen auf die Verdauung schlagen.

Falls du dich fragst, warum Emotionen keine eigene Informationsenergie in meinem Triangel-Bild verdienen: Jede Emotion ist nur das Feedback des Körpers, basierend auf unseren Gedanken und Glaubenssätzen. Letztere bedingen unser Denken und Handeln und vice versa. Mit dem bewussten und schöpferischen Geist haben wir jederzeit die Möglichkeit, unsere Emotion zu ändern. Gefühle sind Reaktionen auf unser akutes und chronisches Denken. Mehr dazu kannst du in meinem Artikel über das Staatsprinzip Mensch und seine Gewaltenteilung erfahren.

So frage dich: Denke ich gerade konstruktiv oder destruktiv?

Auch unsere Umwelt trägt beide Eigenschaften. Dabei können nicht nur Toxine aus Abgasen und Großstadtqualm unsere lebenswichtige Luft verschmutzen, sondern auch die Menschen und Mentalitäten, die uns umgeben. Soziale Beziehungen können ebenso giftig für unsere Gesundheit werden. Wer in einem sehr schlechten Arbeitsklima die meiste Zeit der Woche verbringt, wird früher oder später erkranken, wenn nicht ein starker konstruktiver Ausgleich der anderen Energien dagegenhält.

Die harmonische Balance der Triangel

Es geht um Balance, um das richtige Maß. Wir können nicht fortweg alle Energien und Informationen rein und sauber halten. In jeder Nahrung steckt eine Spur von Schmutz, fremden Bakterien und Toxinen, die im kleinen Maß für unseren genialen Verdauungsmechanismus kein Problem darstellen. Doch selbst unser hochwertiger Detox-Apparat mit allen sieben Entgiftungsorganen um Darm, Leber, Haut, Lunge, Lymphe, Blut und Niere kommt irgendwann nicht mehr mit der Arbeit hinterher.

So hilft es, unsere Ernährung immer wieder zu hinterfragen. Welche Art von Energie liefere ich meinem Körper? Mir selbst?

Hie und da mal eine Süßigkeit und oder synthetischer Zusatzstoff – beides bringt uns nicht gleich um, sollte aber nicht die Regel bilden, sondern die Ausnahme. Wer überwiegend destruktive Bestandteile in seinen Darm transportiert, wird irgendwann abtransportiert werden müssen. Das ist eine ganz logische Konsequenz. Krankheit ist auch nur ein Glied der Kausalkette namens Ursache & Wirkung, die eben manchmal sehr schwer zurückzuverfolgen ist.

Was genau für dich an Nahrung konstruktiv ist und was ungesund, kann dir kein anderer sagen als du selbst. Mehr darüber, und warum es die gesunde Ernährung nicht gibt, erfährst du hier anhand meiner Formel E.

Selbiges gilt für unsere Mitmenschen, die nicht alle eine perfekte Kreuzung aus Mutter Theresa und dem Dalai Lama sind. Auch Autos und Elektrizität gehören nun mal zu unserem Alltag. Hinzu kommen die geistigen und emotionalen Gifte, für die wir allein selbst Verantwortung tragen.

Solltest du also bereits länger mit einem Unwohlsein zu kämpfen haben, frage dich, aus welchem Bereich viel destruktive Energie auf dich strömt. Wo erhältst du regelmäßig negative Information?

Setz dich mit deiner Ernährung gewissenhaft auseinander, miste notfalls dein soziales Umfeld rigoros aus, und lerne dir deiner Gedanken und Glaubenssätze bewusst zu werden. Wie du das schaffst, erklärt dir mein Blogpost zum inneren Monolog.

Behalte meine Triangel der Verdauung in deinem Kopf um immer mal wieder einen Selbstcheck zu durchlaufen. So behältst du die Kontrolle über deine Gesundheit und dein Wohlbefinden!